Die Geschichte der Wassertürme in Brandenburg

Shownotes

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00:00:16: Herzlich willkommen zum Interview-Podcast der Wasserzeitung.

00:00:20: Hallo zu WZ das Gespräch.

00:00:23: Mein Name ist Klaus Arbeit und ich möchte mit Ihnen diesmal einen Ausflug in die Brandenburger Geschichte unternehmen.

00:00:31: Die historischen Bauwerke, um die es gehen soll verweisen auf den Übergang von der punktuellen städtischen Wasserversorgung an öffentlichen bzw.

00:00:42: offenen Brunnen zur leitungsgebundenen Trinkwasserversorgung, es geht um Wassertürme!

00:00:49: Diese Zeugnisse von Stadtgeschichte faszinieren den Autor Jens U. Schmidt seit vielen Jahren so sehr dass er auch sie mit seiner Leidenschaft anstecken möchte.

00:01:02: Wassertörme in Brandenburg heißt sein neutes Buch.

00:01:06: Weite Republikationen sind in der Pipeline wie Sie gleich erfahren werden.

00:01:11: Ich taf den Wasserturm-Experten übrigens an einem heißen Auguststag in seinem Zuhause im Fürstenwalde an der Spree, in unmittelbarer Nähe des Domstankt Marien.

00:01:21: Der nineteenhundertfünfundneunzig in altem Glanz erstrahlte.

00:01:25: Seine Glocken haben unser Gespräch zeitweise

00:01:28: illustriert.".

00:01:30: Herr Schmidt bei all den hunderttausend interessanten Sachen die es auf der Welt gibt!

00:01:34: Wie sind sie nun ausgerechnet zu dem Wassertürm als Leidenschaft gekommen?

00:01:39: Ja, das ist gar nicht so einfach zu sagen.

00:01:42: Also im Grunde entstand es aus dem Foto-Hobby.

00:01:44: Ich habe immer gerne so Fotosiering gemacht und als ich nach Berlin zum Studieren kam, da habe ich eine sehr schöne Serie gemacht dann über die ganzen Westberliner Wassertürme Und hab die fotografiert und dann habe ich mal beim Wasserwerken anguckt und gesagt möchte gern mal wissen wie sie von innen aussehen und dann sitze ich tatsächlich durchsämtliche Wassertümer gegangen Und ich hatte von meiner alten Heimat in Birneberg zur Schule gegangen.

00:02:07: Also bei Hamburg, norddeutscher eigentlich?

00:02:10: Und hatte da eben auch einiges über Hamburg gesammelt und kannte vor allem die Winterhuder Wasserturm, wo ja das große Planetarium drin ist.

00:02:18: Das war in meinen Jugendzeiten mein großes Hobby Astronomie.

00:02:23: Deshalb waren wir dann immer einmal im Monat in Hamburg in dem Wasserturm um den neuen Programm des Planetariums zu hören.

00:02:29: So hat sich das ergeben.

00:02:31: Da hat man angefangen zu sammeln.

00:02:33: Eigentlich habe ich nur gesammelte, wobei das inzwischen... Ich weiß nicht wie viele Leitzordner es sind, fifty, sechzig keine Ahnung?

00:02:40: Wo?

00:02:40: das Material, was ich immer auf der Zeit gesammelt habe, dazwischen ist natürlich meist im Material digital.

00:02:45: Das kann man nicht mehr so leicht in Zahl von Leitzordnern definieren und das fing halt damit an dass ich dann eben hier mir in Berlin von den Wassertürmen auch beim Bauamt die Pläne hab kopiert dürfen und in Hamburg dann eben auch Material gesammelte.

00:03:01: und so habe ich eigentlich nur gesammeln eine ganz kleine Serie über Wasserturme über meine Homepage rausgegeben.

00:03:09: Dann trat damals der Aschenbekt Verlag an mich heran in Niedersachsen, der ein Buch über die Wassertürme im Nordwesten machte.

00:03:17: Schickte mir das und fragte mich ob er das Material von mir über Borkum verwenden darf.

00:03:23: Da habe ich ihm gesagt Prinzip ja aber es gibt sicherheit noch viele Wasserturmen in der Region die er gar nicht kennt.

00:03:30: und so war's dann auch so dass wir dann gemeinsam das Buch gemacht haben.

00:03:35: Wir haben dann zusammen noch das Buch über Hamburger Wassertürme gemacht, aber Berlin ging eben die Finanzierung aus.

00:03:43: Es funktioniert ja eigentlich nur in dem man das selber finanziert.

00:03:48: Das Buch was ich hier verkaufe ist eine Hilfe um weiter zu machen.

00:03:53: Helfen Sie mir nochmal zu verstehen wie man heute sagen würde getriggert hat?

00:03:58: Häufig ist das ja so das Hobby vom Papa, was man dann übernimmt.

00:04:01: oder man hat die erste außergewöhnliche Briefmarke gesehen und dann will man mehr.

00:04:05: Was glauben Sie?

00:04:07: Hat da Ihren Interesse hauptsächlich herausgekitzelt?

00:04:11: Ja es ist ein bisschen schwer zu sagen, dass interessante ist natürlich, dass das ganz ungewöhnliche Bauwerke sind, die man im Grunde ja nur in der Zeit zwischen, weiß ich nicht, achtzehnt, siebzig-und neunzelzwanzig gebaut hat also fünfzig Jahre lang.

00:04:24: Wenn man eine Brücke oder einen Kirchturm oder irgendwas, dann gibt es seit Jahrhunderten und seit Jahrtausenden.

00:04:30: Und diese Bauwerke hat es halt nur in dieser kurzen Zeit gegeben Und die entstanden dann mitten in der Stadt und waren dann sehr stark stattbrägend.

00:04:41: Also, in vielen Städten sind die Wassertürme ja wunderschön.

00:04:44: Da hat man sich orientiert an einer Stadt, hat sie wie alte Brutturme gebaut oder einem Klassizismus.

00:04:51: Interessanterweise gibt es auch ein paar wunderschöne Jugendstil-Wassertürm, zum Beispiel München-Gladbach.

00:04:56: Ja!

00:04:58: Dann eben auch die neue Sachlichkeit, die sich dann in einigen Wassertüren niedergeschlagen hat bis hin zu den modernen die dann im Grunde nur einfache Beton-Jazylinder sind.

00:05:09: Diese Unterschiedlichkeit der Bauart hatte ich halt gereizt und die Tatsache, dass noch vor fünfzig Jahren lang ein Bauwerk errichtete was man heute nicht mehr braucht, was meistens leer steht oder irgendwie umgenutzt ist auf der anderen Seite sehr schön ob baulich ist.

00:05:27: Sie sagen Stadtbild prägend, mir fiel sofort auf als Ihr Buch bei mir auf dem Tisch lag das mehrere unserer Kunden in der Agentur für die Wasserzeitung und die Stadtberg-Zeitung sogar die Wassertürme ihrer Städte in ihrem Logo mit drin haben.

00:05:42: also es ist ja nicht nur Stadtbildprägen.

00:05:44: man kann das erweitern und sagen diese Wassertümer sind sogar Identitätsstiften für manche Städter und sie sind darüber hinaus vielleicht Sie werden gleich ihre Einschätzung geben, auch ein Status-Symbol gewesen in dieser Zeit.

00:05:58: Mit Sicherheit also gerade wenn man sich zum Beispiel den Mönchengradbacher Jugendstil Wasserturm anguckt oder den Mannheimer Wasserturm der das Fahrzeichen der Stadt ist dann sind die damals eben in einer Form gebaut worden dass die Stadt sehr viel investiert hat um die schön zu machen und konnte damals ja auch schon einfache Zylinder irgendwie mauern und da was drauf setzen was man ja oft gemacht hat.

00:06:22: Aber das war es eben tatsächlich etwas.

00:06:25: und dann hat man die Wassertürme angepasst an die Architektur der Städte.

00:06:29: Also wenn Sie sich den Schweriner angucken oder den Lübecker, dann haben sie so den Hansestil, den Finsen im Rathaus irgendwie wieder.

00:06:37: also dass man sich wirklich Mühe gegeben hat diese schön zu machen.

00:06:41: Sie sagten schon, es gibt natürlich Bauwerke die sehr viel älter sind.

00:06:45: Wie natürlich in der Regel Kirchenbauten gab's da eigentlich im neunzehnten Jahrhundert auch Schwierigkeiten manchmal mit den Kirchen?

00:06:51: Die gesagt haben unser Gebäude muss natürlich hier das allerhöchste sein und alles überragen denn noch so ein Wasserturm braucht ja eine gewisse Höhe um physikalisch überhaupt zu wirken.

00:07:00: Also dass ist darüber eine Auseinandersetzung gibt habe ich bisher nicht gefunden.

00:07:03: also es gab verschiedene Gründe.

00:07:05: Zum Beispiel wollten die Leute keine zentrale Wasserversorgung haben, weil sie bisher mit ihrem Brunnen kostenlos Wasser bekommen konnten.

00:07:13: Auch wenn der vielleicht gesundheitlich problematisch war aber da kostete nix.

00:07:19: und jetzt mussten plötzlich hier ein Wasserzähler und mussten also so und zu viel Pfennig damals natürlich fürs Wasser Zahlen pro Kubikmeter Und da gab es große Widerstände dagegen.

00:07:31: Die Türme an sich sind eben oftmals dass sie wirklich von den Einwohnern sehr geschätzt werden.

00:07:38: Also in Dessau zum Beispiel der Wasserturm, da gibt es eine Gemeinschaft jetzt die den eben aufbaut seit zwanzig, dreißig Jahren und da eben stolz auf ihren Turm ist.

00:07:52: oder jetzt am Tag des offenen Denkmals werde hier in Bernau sein und den da auch einen Vortrag halten.

00:07:57: Da ist der Turm geöffnet am treizehnten September.

00:08:01: Also Widerstände gab es eben gegen die Wasserversorgung, aber nicht unbedingt gegen die Türme.

00:08:07: Wir sagen immer, Türmal klingt nach einem freistehenden hohen Gebäude, aber wenn man sich ihr Buch durchguckt mit den vielen Illustrationen und Fotos sieht man also sie können doch sehr unterschiedlich aussehen und sind ja teilweise auch in andere Gebäuden mit integriert worden?

00:08:21: Ja, man verbindet sie natürlich manchmal mit den Wasserwerken oder mit dem Gaswerken.

00:08:25: Man muss ja sagen ein Wasserturm gibt es nicht nur für die zentrale Wasserversorgerung sondern eben zum Beispiel für Einrichtungen, die man nicht in Städten haben wollte.

00:08:34: Also Lungeheilanstalten oder wie man damals böse sagte Irrenhäuser oder Gefängnisse oder Schlachthäuse.

00:08:44: Deshalb hat man sie dann ausgelagert irgendwo in die Umgebung und dadurch dass man dort eben mit der Zentralen Wasserwongesorgung in der Stadt noch nicht hinkam, hatten die eine eigene Versorgung und auch einen eigenen Turm.

00:08:58: Und der war dann oftmals integraler Bestandteil des ganzen

00:09:02: Teils.".

00:09:02: Aus Ihren Recherchen heraus Wann begannen konkret die Geschichte der Wassertürme im Land Brandenburg?

00:09:08: Man muss ein bisschen unterscheiden zwischen Wasserturmen und den Wasserkünsten.

00:09:12: Wasserkunst war halt eine Förderung von Wasser.

00:09:16: Da gab es allerdings nur eine einzige damals.

00:09:22: Wir schlagen kurz nach.

00:09:25: In Guben gab es diese Wasserkunst, in anderen Städten gab es sehr viel mehr davon.

00:09:30: also Hamburg hatte viele Wasserkünste Berlin das heißt im Grunde waren das Wassertürme.

00:09:37: allerdings konnte man damals noch keine großen Behälter bauen.

00:09:40: das heißt da war irgendwie oben ein Holz bottig oder teilweise mit Kupfer ausgeschlagen und von dort lief das Wasser dann, was man eben schöpfte in offene Brunnen innerhalb der Stadt.

00:09:53: Und die schönsten und ältesten dieser Dinge sind in Bayern in Augsburg.

00:09:59: Die haben die älteste Wasserkünste die eben dann mit zum Schöpfrad eben die wohlhabende Stadt versorgte.

00:10:07: Die lag ziemlich hoch, deshalb musste man da sich was ausdenken.

00:10:11: Es ist in Brandenburg also ein bisschen untypisch weil die Wassertürme vor allem entstanden in großen Städten oder an größeren Städtchen.

00:10:20: aus hygienischen Gründen Muss ich das vorstellen, man hat einen Brunnen und irgendwie ein paar Schritte weiter am Plumpskloh.

00:10:27: Dass das Wasser nicht so richtig in Ordnung war wie Epidemien, Typhus und weiß ich was alles hatten.

00:10:33: Das durch Koch usw.

00:10:35: wurde bekannt dass diese Seuchengefahr besteht.

00:10:38: Deshalb wurden die meisten modernen Wasserversorgungen in den großen Städten gebaut.

00:10:45: In Brandenburg haben wir ja keine großen Stände, die einzige ist Potsdam und in Potsdamm hat man gar keine Wassertürme, weil man durch die Höhenlagen mit Erdbehältern auskam auch mit beschrieben meinem Buch.

00:10:58: aber es gibt eben Keine dieser klassischen Wassertürme, wie in Hamburg oder Hannover.

00:11:05: Oder weiß ich wo finden?

00:11:07: Es gibt sehr viele kleine Städte und die haben sich irgendwann entschlossen auch so was zu bauen.

00:11:14: In Städten wie Fürstenwalde war es halt so... Hier alles gut klappte.

00:11:19: Das Wasser war eine Ordnung eigentlich, was man aus Brünnen schöpfte aber es war eben auch so ein Statussymbol.

00:11:24: Man wollte das halt auch haben.

00:11:26: Frankfurt hat schon sehr viel länger.

00:11:28: Das ist einer der ersten Städte wo es eine zentrale Wasserversorgung gab und in anderen Städten entstand dass so alles um die Jahrhundertwende oder kurz danach, bis zum Jahrhundertezehn entstanden, diese Wasserwerke in den Ja, kleineren Städten die wir ja hier ausschließlich haben in Bauenburg.

00:11:49: Sie sagten schon hier in Fürstenwalde, sie sind jetzt seit knapp vierzehn Jahren zu Hause und hier gibt es ja noch eine kleine Besonderheit.

00:11:54: Hier gibt sogar zwei Wassertürme direkt nebeneinander.

00:11:57: wie kam's dazu?

00:11:58: Ja, das ist eben das Problem.

00:12:00: Die Wassertürme sind ja dafür da um Druck zu erzeugen in der Wasserleitung bzw ihnen gleichmäßig aufrechtzuerhalten.

00:12:06: muss ich das vorstellen?

00:12:08: so eine Pumpe damals die Dampfmaschine oder auch erste Gaspumpen konnte man nicht schnell regulieren also musste das Wasser.

00:12:16: irgendwo müsste man einen Puffer haben.

00:12:18: Das heißt man hat also in den hohen Behältern das Wasser reingepumpt Und das konnte dann so abfließen, wie es genommen wird.

00:12:24: Hätte man jetzt das geschlossen gehabt?

00:12:26: Das System würden die Wasserleitung entweder platzen oder man hätte oben kein Wasser mehr und deshalb muss der Wasserturm oder der Wasserbehälter im Wasserturm höher sein als das höchste Haus.

00:12:39: ja und wenn die Gemeinden dann eben größer werden da ist für Fürstenwalde nicht die einzige braucht man dann eben einen höheren Wassertum und dass war in Fürstenwald hat man ein höheren Halter direkt daneben gebaut.

00:12:51: Das ist ungewöhnlich, ein größeren.

00:12:54: In anderen Städten wurden die dann oftmals in anderen Teilen der Stadt gebaut.

00:12:58: Sie haben in ihrem Buch am Ende auch eine lange Liste aller bekannten Wassertürme oder noch bestehenden Wassertümer.

00:13:04: bei der Recherche für Brandenburg sind für sie da auch Wassertörme herausgestochen.

00:13:09: gab es da einen Aha-Effekt

00:13:10: weil sie

00:13:11: Besonders interessante Technik hatten eine tolle Lage oder weil sie architektonisch einfach so etwas besonderes waren, dürfen wir da zwei drei Highlights vielleicht erfahren aus Ihren Recherchen?

00:13:21: Ja es gibt halt diese Wassertürme wie jetzt der N-Bernau die eben sehr schön so klassizistisch ein bisschen... gebaut sind.

00:13:30: Es gibt aber auch einen ganz ungewöhnlichen Wasserturm, den wir eigentlich in Deutschland haben im Eberswalde Fino.

00:13:38: Der steht quasi auf vier Beinen und ist ein Beton-Wasserturm der sehr ungewönlich.

00:13:43: so etwas hat mich noch nie vorher gesehen.

00:13:46: das ist natürlich vom Baustil her mehr so neue Sachlichkeit.

00:13:49: also es sind nicht so diese historisierenden Bauten.

00:13:53: ansonsten sind viele Wassertürme halt ganz einfacher und es gibt ja sehr viele bei der Eisenbahn, die alle nach Schema F gebaut sind.

00:14:04: Ja was ist besonders interessant?

00:14:06: In der Industrie.

00:14:07: zum Beispiel der Wasserturm in Wittenberge von der Nähmaschinenfabrik, der ist natürlich sehr bekannt vor allem wegen seiner großen Uhrwehen hier wegen der Wasserbälter, die da drin sind Was so von der Historie natürlich wichtig ist, einen sehr alten Wasserturm in Sans-Soussi im Schlosspark.

00:14:26: Der im Grunde auch von Persius fertig gebaut wurde und schon Schenkel quasi beeinflusst hat.

00:14:32: Also

00:14:32: ist er dann schon ein bisschen älter als seine Geschwister?

00:14:35: Er ist eigentlich nur für die Gartenversorgung, dass der Springbrunnen usw.

00:14:40: dient.

00:14:40: Das heißt

00:14:40: da sind wir im achzehnten Jahrhundert?

00:14:42: Ja

00:14:43: ja das ist dann natürlich schon erheblich Älter, das sind Sachen die halt besonders interessant sind.

00:14:50: Wir haben den großen Bereich der militärischen Wassertürme von denen aber viele nicht mehr bestehen.

00:14:58: Aber in Lüterburg ist da ja eine größere Ansammlung Da gibt es ja insbesondere drei heute noch.

00:15:05: Das war auch ein Merkmal von Brandenburg, dass hier wahnsinnig viel Militär waren

00:15:10: Und mir ist übrigens auch aufgefallen auf der Fahrt hierher, dass man in seinem Alltag – wenn man viel im Brandenburg unterwegs ist wie wir als Redakteure oder Wasserzeitung zum Beispiel – Wassertürme gut kennt ohne das sie einen vielleicht bewusst sind.

00:15:22: Wie z. B. A der A-Zeehn, der in Niederleme Königsfuß da haußen, den wahrscheinlich viele dann sofort sagen ach ja gucke an!

00:15:29: wusste vielleicht noch gar nicht, dass das ein Wassertürm war.

00:15:31: Wer sich mit dem Thema beschäftigt und im Gespräch mit mir ist, sieht später wahnsinnig viele Wasserturme unter eben auch einige die gar keine sind.

00:15:40: Der Niederleben ist allerdings einer.

00:15:42: der ist sehr interessant.

00:15:46: Der wurde von der Kalksandsteinfabrik gebaut, die es dort gab.

00:15:50: Und zu der Zeit als er gebaut wurde war so dass man Kalk Sandstein eigentlich nur für Einfamilienhäuser nutzte.

00:15:56: aber man dachte das Material sei nicht stark genug.

00:15:59: und da hat der Unternehmer gesagt er baut ein Wasserturm um zu zeigen wie stark sein Kalk sandstein ist.

00:16:05: und der ist tatsächlich durchgehend der einzelnen Wasserturben wahrscheinlich weltweit der aus Kalk-Sandstein gebaut ist.

00:16:11: sonst gibt's ja eben anderen Materialien.

00:16:14: Also daher sehr interessant und eben auch in der neuen Geschichte ein typisches Beispiel für Das Problem der Umnutzung.

00:16:21: Der Turm hat sehr viel Leidensmäßes erfahren, jemand wollte ihn kaufen.

00:16:27: Er wollte aber eine Neon-Reklame auf die Spitze machen und ein bisschen Geld zu verdienen.

00:16:32: Das wurde ihm vom Denkmalschutz versagt oder von der Stadt keine Ahnung...

00:16:37: Da sind wir sehr dankbar!

00:16:38: Dann wurde jemand anders, der wollte wohnen.

00:16:41: Da hat man gesagt er sei zu nah an der Autobahn dran.

00:16:44: Die Lichter der Wohnung würden dann den Autoverkehr stören.

00:16:48: Und so dass der eben jetzt inzwischen wieder eine Gemeinde zurückgefallen ist, nachdem zwei Leute vergeblich versucht haben, die Idee zu entwickeln.

00:16:56: Also technisch notwendig sind Wassertürmer heute nicht mehr.

00:16:59: Die leitungsgebundene Trinkwasserversorgung ist darauf nicht angewiesen.

00:17:03: das heißt die Wasserversorger brauchen sie auch nicht innerhalb ihrer Infrastruktur, innerhalb ihres besitzt ist innerhalb ihres Vermögens.

00:17:11: Es gibt leider Türme, die verfallen und auch schon verschwunden sind.

00:17:15: Es gab diverse Nachnutzungen wie hier in Fürstenwalde mit Wohnungen, die zum Beispiel gebaut sind.

00:17:21: Blutet Ihnen da manchmal das Herz?

00:17:22: Sind Sie immer glücklich mit der Nachnitzung?

00:17:24: Wie geht es Ihnen heute mit der Nutzung der Wassertürme?

00:17:28: Na ja, also man bedauert es.

00:17:30: Einerseits natürlich dass der Turm nicht mehr so aussieht wie früher.

00:17:34: gerade im Fürstenwalde sieht man wie viel da drumherum gebaut wurde mit anliegenden Treppenturm und weiß ich fast allem.

00:17:40: das sind Auflagen die man halt hat.

00:17:42: das ein zweiter Fluchtweg da ist der unabhängige.

00:17:44: deshalb muss ein Treppendurm daneben gebaut werden.

00:17:47: Der macht das Gebäude natürlich nicht gerade schöner.

00:17:50: Das ist dann oft schade.

00:17:52: drum oder in Hamburg, Sternscheinen so wurde ja der Turm restlos entkärmt nachdem man vierzig Jahre lang eine technische Nutzung mit Erhalt des Innenlebens überlegt hat.

00:18:03: Jetzt ist dann Mögenpikotel drin aber das Ganze besteht nur noch aus der Hülle.

00:18:07: Das heißt die Außenansicht ist da und es ist schön dass man die nicht wegreißt was ja meistens sonst passiert.

00:18:17: Aber das, was eben drin ist, da erkennt man selten etwas.

00:18:21: Wir haben ja in der Wasserturmgesellschaft – ich bin ja auch Vorsitzender der Deutschen Internationalen Wassertumengesellschaft – jedes Jahr schreiben wir den Wasserturm des Jahres aus und da ist natürlich ein wichtiges Kriterium ob man die ursprüngliche Funktion noch erkennen kann.

00:18:39: Da gibt es zum Beispiel Wassertürme, wo man eben zwar eine neue Nutzung hat aber trotzdem den Behälter oder die Rohre oder irgendwas noch drin hat um zu sehen wie das aussieht.

00:18:50: Zum Beispiel in Warn an einem Müritz da sind Ferienwohnungen drin.

00:18:55: der hat natürlich auch den Behälter rausgeschweißt Man hat den Rand stehen lassen und die Rohre und den Boden, sodass vom unteren Italo sieht man dem Boden des Behälters.

00:19:07: Wenn man versucht das er außen eben erhalten bleibt und im Inneren auch noch ein bisschen zu erkennen ist wo Führer da war dann grüße ich eigentlich so eine Nutzung denn die Alternative ist ja wirklich abreißen warten bis er soweit verfallen ist.

00:19:22: Da gibt es genügend Beispiele.

00:19:24: Die verfallen dann und irgendwann sagt der Denkmalschutz, jetzt könnte das auch abreißen.

00:19:29: Also wenn die Stadtkulisse ansatzweise erhalten bleibt ist es natürlich immer sehr schön.

00:19:33: Sie haben uns eingangs schon berichtet dass sie in Norddeutschland angefangen haben mit den Buchpublikationen.

00:19:39: Sie sind Anfang des Jahrhunderts hier in Brandenburg gekommen.

00:19:43: Jetzt liegt das Brandenburger Buch vor.

00:19:44: Die nächsten sind schon in der finalen Vorbereitung wie zum Beispiel für Sachsen-Anhalt Und Sie haben auch angedeutet bei unseren Kollegen Sachsen Anhalt in das Visier genommen habe.

00:19:55: Da frage ich mich natürlich, wie macht Herr Schmidt das?

00:19:59: Wie recherchiert er das?

00:20:00: Also ich meine, in Nordrhein-Westfalen wissen wir wohl genauso viele Leute aus Deutschland.

00:20:05: da gibt es viele kleine mittlere Städte.

00:20:09: sind sie so reiselustig dass die dann kreuz und quer fahren?

00:20:13: oder ist der Computer ihr bester Freund um Dr.

00:20:16: Google?

00:20:18: Ursprünglich natürlich schön, dass rumfahren.

00:20:20: Das war immer grundsätzlich weil kann mir noch einen Sinn Wenn wir dann auf einer Reise einen Umweg gefahren haben, meine beiden Kinder hinten drin im Auto.

00:20:28: Ach jetzt muss der wieder ein Wassertürm fotografieren weil da wieder ein Umweg gemacht wurde.

00:20:33: damals fand man die Türme natürlich nicht so leicht was kein GPS und sowas gab.

00:20:38: Und wenn man natürlich fünfzig Jahre lang sammelt und bei mir ist es ja inzwischen so lange kommt natürlich schon eine ganze Menge zusammen aber das ändert nichts daran dass zum Beispiel Sachsen sehr aufwendig ist.

00:20:49: Sachsen-Anhalt hat auch sehr viele Wassertümer das absolute dabei.

00:20:55: Das funktioniert eigentlich nur mit Kollegen zusammen, die also das machen.

00:20:59: Wir haben mal das Sachsenbuch und so wird Sachsen-Anhalt sein auch mit meinen drei Freunden aus Leipzig gemeinsam gemacht, die wie die Wilden alles auswerten und sammeln.

00:21:09: Und ich habe auch mindestens einen Freund aus der Wasserturmgesellschaft in der bei Nordrhein-Westfalen schon sammelt.

00:21:19: Also wir haben demnächst wieder unsere Herbst-Exkursionen.

00:21:22: Aber ich kann halt immer nur eins nach dem anderen machen.

00:21:24: und ob meine Lebensspanne ausreicht, um alle Bundesländer zu machen.

00:21:28: Kann ja leider gar keiner sagen also es müssten ja noch sechs Bücher erscheinen.

00:21:35: Sachsen-Anhalt geht voran, das werden wir schon hinkriegen.

00:21:38: Ich hoffe, dass sie meine Festplatte hinkregen.

00:21:43: Der Computer hat sich verabschiedet.

00:21:45: Da habe ich eine Chance, die Daten wiederzukriegen.

00:21:48: und die Arbeit der letzten Wochen.

00:21:50: Aber das Buch erscheint als nächstes.

00:21:53: Das soll wohl zum Hundertjährigen Geburtstag des Bonbauer Wasserturms erscheinen.

00:21:59: Dadurch, dass in dieser Wasserturmgesellschaft ja schon über hundert Mitglieder sind die alle in ihrem Bundesland sammeln.

00:22:05: Viele natürlich auch Homepage haben, wo sie ihre dann aufwähren.

00:22:09: das ist natürlich schon eine große Hilfe und wir haben hier zum Beispiel unser eigenen Homepage von der Wassertürmengesellschaft einen Katalog aller Wasserturme und das wird halt immer weiter ergänzt Und das sind schon, ich glaube an die drei Tausend, die da schon drin sind.

00:22:23: Kann

00:22:24: man sie da vielleicht auch sogar unterstützen?

00:22:26: Wenn jetzt der eine oder andere sagt ja dass in einer Wasserzeitung liest oder unseren Podcast hört und Mensch wir haben doch direkt nebenan gewohnt.

00:22:33: Da gibt es doch viele Fotos im Familienalbum.

00:22:35: Absolut also das wäre für meine Bücher natürlich von großem Interesse wo ich eben sehr gerne historische Abbildungen auch drin habe.

00:22:42: Was mir immer ganz wichtig ist, sind Bauzeichnungen.

00:22:45: Also wenn jemand das liest der nun in seinem Versorgungsgebieten Wasserturm hat auf den werde ich sicherlich zugehen.

00:22:53: aber wenn er mir das anbietet, ist mir das natürlich erst mal noch einfacher als wenn ich da hingehe.

00:22:58: also die Frontinus-Gesellschaft hier von Wasserverband unterstützt wird und die schreien geben immer einen Empfindungsschreiben.

00:23:06: Das schicken sie auch an die Wasserversorger Und das hilft mir auch so ein bisschen, um dann die Finanzierung hinzukriegen.

00:23:14: Aber da ist natürlich alles Material wichtig wird bei mir verwahrt digitalisiert und steht im Grunde anderen auch zur Verfügung.

00:23:24: Für die Bücher sind das die schönsten Sachen.

00:23:28: wenn ich irgendeine historische Abbildung habe oder so.

00:23:32: Dann freue ich mich sehr.

00:23:35: Schau ich auch keine Mühen, also hier in dem Buch ist wahrscheinlich die teuerste Ansichtskarte, die ich gekauft habe mit drinnen.

00:23:44: Also vom von fünfzig Euro für eine Ansichtskarte bezahlt aber vom Schlachthof in Frankfurt.

00:23:50: oder das war ja so ein Bestandteil wo man am Wochenende hinfuhr und dann eben seinen Tag verbrachte im.

00:23:56: Die hatten immer eine Gastronomie, da hat man dann da gesessen.

00:24:00: Das ist so ein bisschen wie das mal ausser heute.

00:24:03: Es ist ein abgesperrtes Gelände und kommt nicht mehr ran und es wird nicht genutzt noch.

00:24:07: Sie haben viele technische Details auch drin in den Büchern?

00:24:10: Da könnte der einen oder andere auf den Gedanken kommen.

00:24:13: Bestimmt ist der Herr Schmidt doch Ingenieur oder Architekt oder Technik aber sie kommen ja akademisch aus einer ganz anderen Richtung und Technik ist sozusagen jetzt ihr Steckenpferd geworden!

00:24:22: Ja also... Wobei, ich wurde jetzt gefragt für meinen Vortrag Leitungs- und Statik.

00:24:30: Davon verstehe ich tatsächlich nicht allzu viel.

00:24:33: Ich bin ja Sozialwissenschaftler.

00:24:37: Ich habe psychologisch studiert und habe in den letzten siebzehn Jahren beim Bundespresseamt gearbeitet als Referent für Bildung und Forschung.

00:24:46: also nicht gerade das Gebiet.

00:24:49: Aber die Akribie, mit der ich das hier betreibe kommt wahrscheinlich so ein bisschen aus meinem Wissenschaftlinien-Hintergrund.

00:24:55: Dass ich eben nicht zufrieden bin bis ich auch wirklich alles gekriegt habe.

00:25:00: und deshalb wenn die Versorgung dich anschraube und sie mir nicht antworten können damit rechnen dass in zweiten Bericht kriegen und wenn ich immer noch keine Antwort dann spreche ich mit dem Leiter des Verbands und dann wollen die meistens nochmal die Mehl haben eigentlich nie auf und habe dann immer, weiß ich, weit über hundert Briefwechsel die ich führe bis ich den Plan habe der nicht haben möchte oder die Info die ich brauche.

00:25:29: Viel Erfolg für das Buch viel Kraft und gute Unterstützung für alle Bücher die da noch in der Pipeline sind bei Sachsen-Anhalt und die großen Projekte im westdeutschen Bereich.

00:25:40: und vielen Dank fürs Gespräch heute!

00:25:42: Ich danke Ihnen ganz herzlich und hoffe dass sich wir Interesse bei einigen wecken konnten.

00:25:47: Das ist ja noch kein Interesse für das Thema hatten.

00:25:51: Wir nehmen

00:25:52: auch sehr gerne noch Mitglieder in der Wassertürmgesellschaft

00:25:55: auf.

00:25:55: Jens U. Schmidt, Autor des neuen Buches Wassertörmer im

00:25:59: Brandenburg

00:26:00: zu Gast in unserem Podcast WZ – das Gespräch!

00:26:04: Welche Bücher über Wassertürme es bereits gibt, das erfahren Sie auf der Internetseite www.wassertürmepunkt.com.

00:26:13: Hier finden sie auch weitere Angaben zur Wasserturmgesellschaft.

00:26:18: Beenden möchte ich diese Ausgabe nicht ohne den Verweis auf den Podcast Wasserzeitung in dem es in der neuen Ausgab darum gehen wird warum unser Lebensmittel Nummer eins Öffentlichkeitsarbeit braucht.

00:26:31: Auch dieses Audioangebot werden Sie auf den bekannten Plattformen wie dieser oder Spotify finden.

00:26:37: Ansonsten gibt es mehr Wissen über Wasser weiterhin jederzeit auf www.wasserzeitung.info.

00:26:45: So weit für dieses Mal Ihr Klaus Arbeit.

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